Rhein-Mosel-Dreieck

Abenteuer pur im Rhein-Mosel-Dreieck

Das Schinden lohnt sich einmal mehr

Mountainbike: Viel Lob für Strecken in Emmelshausen – Rosenkranz gewinnt Marathon – Rüsing und Dietzen schnellste Frauen

Auch wenn das Wetter in der Regel beim Schinder(hannes)-MTB-Superbike in Emmelshausen nicht mitspielt, die Mountainbiker lassen sich ihre Laune nicht verderben. Und sie zeigen hervorragende Leistungen auf schwierigem Terrain.

EMMELSHAUSEN. „Oh, wie liebe ich mein Fahrrad. Warum, das weiß ich nicht genau. Meinem Fahrrad werd‘ ich treu sein. Im Gegensatz zu meiner Frau.“ Diese Leidenschaft, die schon die Band „Die Prinzen“ einst auf ironische Weise besang, sie lag am Wochenende auch im Vorder-hunsrück wieder in der Luft. Grund: Der Schinder(hannes)-MTB-Superbike wurde zum sechsten Mal ausgetragen.

Schon Tage vorher waren einem die vielen Radfahrer aufgefallen, die sich durch Emmelshausen und Umgebung tummelten. Und auch das Team der Schinderhannes-Mountainbiker hatte ordentlich zu tun. Die Strecken durch Ehrbachklamm und Baybachtal mussten abgefahren, die Gegend um den Start- und Zielpunkt am Liesenfelder Sportplatz hergerichtet und die Versorgung der Sportler vorbereitet werden. Das bedeutete unvorstellbar große Mengen an Nudeln und Hackfleisch und natürlich viele freiwillig helfende Hände.

500 Starter trotzen Wetter

Aus dem Süden und Westen der Bundesrepublik pilgerten die treuen Drahtesel-Liebhaber in den Vorderhunsrück. Selbst aus den Niederlanden und Luxemburg zog es die Sportler zum „Schinden“ nach Emmelshausen. Wieder einmal spielte das Wetter nicht so mit, wie sich das Organisatoren und Sportler gewünscht hätten. In Biker-Kreisen spreche man schon vom „typischem Schinderhannes-Wetter“, so Thomas Müller von den Emmelshausener Organisatoren. Trotzdem tat der starke Regen dem Event keinen Abbruch. Für mehr als 500 Bikerinnen und Biker knallten am Wochenende die Startpistolen. Die meisten Biker schickten die Teams „X-Sport Kastellaun“, „Brexbach-Gemsen“ und „Sebamed“ in die Rennen.

Party mit 80 Kilo Nudeln

Doch los ging es am Samstag mit dem Kids Race. Die Nachwuchsbiker fuhren auf zwei, vier und sechs Kilometer langen Strecken. Auf den sechs Kilometern der Jahrgänge 1997 bis 1999 gewann Till Jungmann. Die mittlere Distanz für die Jahrgänge 2000 bis 2002 konnte Leon Fries für sich entscheiden. In der Altersklasse der jüngsten Sportler (2003 bis 2005) gewann Jannik Ringleb.

Am Abend stieg die traditionellen Nudelparty. Etwa 80 Kilogramm Nudeln und 240 Liter Soße versorgten die Sportler samstags und sonntags mit ausreichend Energie. Der Startschuss für den etwas verkürzten, 88 Kilometer langen Marathon (2300 Höhenmeter), fiel um 8.30 Uhr. Es folgten der Halbmarathon (67 km, 1640 Höhenmeter) und die Kurzstrecke (38 km, 870 Höhenmeter). Wie im Vorjahr konnte Gerrit Rosenkranz vom Team Univega Pro Cycling Team/RSV Daadetal die Königsdisziplin für sich entscheiden. Wegen Aufräumarbeiten musste der Marathon um fünf Kilometer gekürzt werden. Rosenkranz siegte in 4:13:23 Stunden. Auch bei der Kurzstrecke war der Gewinner ein bekanntes Gesicht: Lutz Babilon vom SV Kirchzarten kam erneut als Erster durchs Ziel in 1:44:04 Stunden. Den Halbmarathon gewann Leander Hamelink von den Peelbikers in 3:17:27 Stunden. Bei den Frauen siegte im Halbmarathon Gwenda Rüsing vom MTB-Club Ingelheim in 4:03:51, auf der Kurzstrecke Bettina Dietzen vom MTB-Club Zell in 2:03:25.

„Die Biker sind von den Strecken begeistert. Wetterbedingt sind diese allerdings ziemlich anspruchsvoll“, so Rainer Krechel vom Orga-Team. Vor allem wegen des Windbruchs mussten Streckenteile verändert werden. Die Aufräumarbeiten gingen zwar gut voran, aber die Maschinen hinterließen tiefe Schlammrinnen und Löcher. Das merkten letztlich natürlich die Sportler, die teils bis zur Unkenntlichkeit mit Schlamm beschmiert ins Ziel kamen. Viele Helfer, ob an den Strecken, bei der Versorgung oder der Zeitnahme zeigten, was laut Müller das Besondere ist: „Es geht nicht um kommerzielle Gedanken, sondern um das, was uns alle verbindet. Es ist ganz einfach ein Rennen von Bikern für Biker.“

Franziska Christ

Rhein-Zeitung vom 1.6.10